Juckreiz? Neurodermitis? Was hilft…

Neurodermitis bzw. atopische Dermatitis ist eine Erkrankung, die ständig zunimmt. Mehr als 10% der Kinder in Österreich leiden darunter, somit ist es die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung. Neurodermitis tritt in Schüben auf, ist nicht ansteckend und kommt in unterschiedlichen Schweregraden vor. Der Grund für das Leiden liegt in einer gestörten Haut-Barrierefunktion, wodurch ein massiver Feuchtigkeitsverlust entsteht. Oft werden im Internet vermeintliche Heilmittel oder Neurodermitis Diäten angeboten, die viel versprechen und wenig bis gar nichts bewirken. Eine effektive Behandlung basiert allerdings auf einer individuellen Beratung unter Rücksichtnahme auf die speziellen Bedürfnisse der PatientInnen. Ganz wichtig ist diesbezüglich auch der Einsatz von speziellen hautfreundlichen Körperprodukten aus der Apotheke, die weder Duft- noch Konservierungsmittel enthalten und speziell für Neurodermitiker entwickelt wurden.

Sie finden in der Apotheke spezielle Neurodermitis-Pflegeprodukte, die speziell auf die empfindliche Haut von betroffenen Personen abgestimmt sind. Durch einen entsprechenden Lipidgehalt wird die Hautbarriere und die Abwehrfunktion der Haut gestärkt.

 

Einige Tipps für Neurodermitiker:

 

  1. Basistherapie mehrmals täglich konsequent durchführen.
    Auch zwischen den Krankheitsschüben in ekzemfreien Zeiten schmieren. Am besten Pflegeprodukte ohne Duft- und Konservierungsstoffe aus der Apotheke verwenden.

 

  1. Baden und Duschen mit Maß und Ziel.
    Zu lange, warme Vollbäder in Verbindung mit Seife trocknen die Haut aus und stören den Säureschutzmantel der Haut. Verwenden Sie nur pH-neutrale Seifen und Badezusätze.

 

  1. Ausreichende antientzündliche Therapie.
    Zur Behandlung akuter Ekzeme zusätzlich zur Basistherapie werden moderne, meist kortisonhältige Salben angewendet. (Arzt!)

 

  1. Synthetische Fasern und Schwitzen vermeiden.
    Eine kühle Umgebungstemperatur, Kleidung aus reiner Baumwolle oder Leinen, herausgelöste Wäschemarken und kurzes Abduschen nach dem Schwitzen tragen dazu bei, Hautreizungen zu reduzieren.

 

  1. Alternativen zum Kratzen finden.
    Klopfen, zupfen oder reiben Sie sanft um die juckende Stelle. Juckreizstillende Mittel können bei Bedarf verordnet werden. Die beste Medizin gegen den Juckreiz ist die konsequente Basistherapie in Kombination mit ausreichend antientzündlicher Therapie.

 

  1. Keine unbegründeten Diäten „ausprobieren“.
    Es gibt keine generelle Neurodermitis-Diät. Neurodermitis wird NICHT durch die Ernährung ausgelöst. In wenigen Fällen entwickelt sich zusätzlich eine Nahrungsmittelallergie. Eine Allergie-Austestung sollte ausschließlich unter erfahrener ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

 

  1. Fingernägel kurz halten.
    Je länger die Nägel, umso schlimmer die Hautschäden, wenn doch einmal gekratzt wird. Fingernägel daher immer möglichst kurz halten.

 

 

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Autor: Online-Redaktion Beavit.at
Informationsstand: 10/2017