Die Darmflora im Ungleichgewicht

shutterstock_137168075 (600x800) Die Gesamtheit der Mikroorganismen, die den Darm besiedeln, bezeichnet man als Darmflora oder Flora intestinalis. Früher vermutete man, dass Bakterien und Mikroorganismen zu Vertretern des Pflanzenreiches zählten; daher leitet sich die Bezeichnung „Flora“ ab.

Die Oberfläche unserer Darmschleimhaut ist von einer Schutzschicht aus Muzin bedeckt, die den Lebensraum für die Darmbakterien darstellt. Die körpereigenen Darmbakterien sind den von außen kommenden Bakterien (z.B. durch Nahrung aufgenommenen) überlegen. Durch Produktion von bakterientötenden und – hemmenden Substanzen und Verhinderung der Anhaftung von pathogener Bakterien bleibt dieses empfindliche Ökosystem im Gleichgewicht.

Schon während des Geburtsprozesses hat ein Neugeborenes ersten Kontakt mit Mikroorganismen und entwickelt nach zirka 7 Tagen eine stabile Darmflora, die bei gestillten Babys vorwiegend aus Bifidusbakterien besteht. Diese erzeugen im Darm ein saures Milieu, welches das Wachstum von Fäulinisbakterien hemmt und die Säuglinge vor Darminfektionen schützt. Mit Einführung der Beikost nimmt der Anteil an Bifidusbakterien ab und es erfolgt der Übergang zur Darmflora des Erwachsenen. Diese besteht vorwiegend aus anaeroben Bakterien ( bis zu 400 Arten), wobei sich im Dickdarm wesentlich mehr Mikroorganismen befinden, als im Dünndarm.

Durch verschiedene Einflüsse, wie bakterielle oder virale Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Medikamenteneinnahme ( z.B. Antibiotika) oder psychische Faktoren, wie Stress, kann es zur Schädigung der Darmflora und Diarrhoen kommen. Unter Diarrhoe (griech. rhoe, Fluß) versteht man eine häufige Entleerung eines dünnflüssigen Stuhls. Chronisch wiederkehrende Durchfälle sind unbedingt ärztlich abzuklären!shutterstock_138637133 (800x531)

Die akute Reisediarrhoe stellt eine der häufigsten Durchfallerkrankungen dar. Hier ist es besonders wichtig, vor allem bei Kindern, den Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust zu ersetzen. Mit dem Normhydral Granulat ( für Erwachsene) zum Auflösen wird dies am besten erreicht. Für Säuglinge und Kinder eignet sich im Akutfall auch die Diarrhoesan Lösung, welche durch die Quell- und Wasserbindungsfähigkeit des Apfelpektins zur Normalisierung der Peristaltik (Darmbewegung) beiträgt und Toxine adsorbiert. Auch die medizinische Aktivkohle ( Carbo medicinalis) bindet durch ihre große Oberfläche giftige Stoffe, sollte aber zeitversetzt (1 bis 2 Stunden) zu anderen Medikamenten eingenommen werden. Für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene eignen sich Tannalbin Tabletten, deren Gerbsäure- Eiweißverbindung gerbende, adstringierende und sekretionshemmende Wirkungen hat.

Sehr stark wirksam sind Loperamidhältige Präparate ( Imodium ), die die Darmperistaltik ruhig stellen. Sie dürfen aber nur eingenommen werden, wenn keine infektiösen oder toxischen Ursachen vorhanden sind, also möglichst nur nach Empfehlung des Arztes.

Auch bei Auftreten von Fieber ist ein Arzt aufzusuchen, um abzuklären, ob die Einnahme eines Antibiotikums angezeigt ist.

Empfehlenswert ist eine entsprechende Diät mit zum Beispiel viel Flüssigkeitszufuhr, Karottensuppe, Reisschleim, geriebenen Äpfeln, die man an der Oberfläche braun werden lassen soll, und Zwieback.,

Um die Darmflora nach einer Durchfallerkrankung wieder ins Gleichgewicht zu bringen, stehen verschiedene Präparate zur Verfügung wie Bioflorin, Antibiophilus, Omniflora, Hylak Tropfen, die sehr hoch konzentrierten Omni Biotic Produkte oder Nica lact cura 90 bzw. Nica Lact Biotik von Nicapur. Letztere Präparate eignen sich auch zur vorbeugenden Einnahme vor einer Reise oder zum Wiederaufbau der Darmflora nach einer Antibiotikum-assoziierten Diarrhoe, wobei ein zeitlicher Abstand zur Einnahme des Antibiotikums eingehalten werden muss.

 

Autor: Online-Redaktion Beavit.at (KP)
Informationsstand: 08/2017