Diabetische Fußpflege

 

Laut WHO liegt die Zahl der Zuckerkranken weltweit bei etwa 422 Millionen Personen. Europaweit wird die Zahl der Diabetespatienten auf rund 53 Millionen geschätzt, das sind etwa 8% der Bevölkerung. Experten vermuten, dass diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf 64 Millionen ansteigen wird. Das entspricht einer Steigerung von 20%. Von der ÖDG (Österreichischen Diabetes Gesellschaft) wird für Österreich eine Zahl von insgesamt 600.000 Diabetikern angegeben. Davon sind 430.000 ärztlich diagnostiziert, die Dunkelziffer der nicht erkannten Patienten durfte zwischen 143.000 und 215.000 betragen.

Entscheidend zur Verhinderung von Spätschäden ist eine sorgfältige Blutzuckereinstellung und eine gute Diabetikerschulung.

Der diabetische Fuß:
Die verminderte Durchblutung und die Schädigung der Nerven verbunden mit Gefühlsstörungen in den Füßen können zu offenen, schwer heilenden Wunden und Geschwüren führen (=diabetische Gangrän), Amputationen sind die Folge. Alle 30 Sekunden muss irgendwo auf der Welt einem Diabeteskranken ein Bein abgenommen werden.
Diese Folgeschäden könnten jedoch mit der richtigen Fußpflege und optimaler Wundversorgung in mehr als 80 Prozent vermieden werden. Entsprechende Pflegeprodukte finden Sie in der Apotheke.

 

Tipps zur richtigen Fußpflege für DiabetikerInnen:

    • Fußbad: Wichtig für Diabetiker ist das tägliche Fußbad. Dabei eine milde Seife benutzen, oft reicht aber lauwarmes Wasser mit einer Temperatur bis zu 37° C aus (mit Thermometer oder mit dem Ellenbogen die Wassertemperatur überprüfen, da die Empfindung an den Füßen gestört sein kann). Gründlich auch zwischen den Zehen reinigen, aber das Fußbad nicht zu lang ausdehnen. Fünf Minuten sind mehr als genug.
    • Pflege nach dem Fußbad: Füße sorgfältig abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Aber nicht reiben, sonst wird die Haut zu sehr gereizt. Anschließend eine Feuchtigkeitscreme einmassieren, das hält die Haut geschmeidig und vermeidet die Bildung von Rissen. In Hautrissen finden Bakterien und Pilze ideale Lebensbedingungen, schwere Wundinfektionen sind damit vorprogrammiert.
    • Pediküre nur mit der Nagelfeile: Fußnägel sollten immer nur mit der Nagelfeile gekürzt werden. Scheren oder andere Instrumente können zu Verletzungen mit fatalen Folgen führen. Wenn Sie zur Fußpflege gehen, sollten Sie darauf achten, dass der Fußpfleger eine Zusatzausbildung für diabetische Füße hat.
    • Tägliche Inspektion der Füße und Fußsohlen: Kontrollieren sie täglich ob Druckstellen oder kleine Verletzungen zu sehen sind. Besonders wichtig die Fußsohlen, weil sich hier schnell Schwielen bilden können. Das lässt sich sehr gut durchführen, indem man z.B. einen Spiegel zu Hilfe nimmt, den man auf den Boden legt.
    • Für warme Füße sorgen: Füße warm und trocken halten, Socken oder Strümpfe aus synthetische Materialien meiden. Auf gar keinen Fall sollten Sie gestopfte Strümpfe tragen. Jede Unebenheit kann zu Verletzungen führen. Es gibt übrigens auch Strümpfe ohne Naht. Wärmen Sie die Füße nie mit heißem Wasser, mit Wärmeflasche, Heizkissen, -decke oder am Kamin auf (Verbrühungs- Verbrennungsgefahr!), lieber Bettsocken verwenden.
    • Vorsicht vor Pilzinfektionen: Juckreiz zwischen den Zehen kann auf eine Pilzinfektion hinweisen, die unbedingt behandelt werden muss.
    • Keine Selbstbehandlung bei Hühneraugen und Warzen: Diabetiker sollten in keinem Fall Hühneraugenpflaster oder Tinkturen verwenden, weil diese ätzend wirken und die Haut schwer schädigen können. Daraus entstehen nicht selten offene Wunden. Auch die Nutzung von Schaumstoffpolster sollte vermieden werden. Unter ihnen bilden sich ideale Nährböden für Bakterien.
    • Auf gute Schuhe achten: Die meisten Verletzungen entstehen durch falsches Schuhwerk! Kaufen Sie ausreichend breite und lange Schuhe, die innen keine Nähte oder Ränder haben. Schuhe besser am späten Nachmittag anprobieren, dann sind nämlich die Füße etwas dicker als morgens.

 

 

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Autor: Online-Redaktion Beavit.at
Informationsstand: 10/2017